Ein exponierter Tagebucheintrag aus dem Leben einer Immobilien-Marketingtexterin, die mit ihrem Chef (dem Kaiser) auf Exkursion nach München fahren durfte, um dort die geweihten Hallen der Expo Real 2010 zu betreten – soweit dies möglich war:
“Der gestrige Morgen glich dem aus einem Bilderbuch: um 6 Uhr aufgestanden, keine Klamotten gefunden und die Kaffeemaschine im Dauerakkord kurz vorm Platzen, stellt man (und Frau) immer zu spät fest, dass so ein Business-Ausflug mit dem Chef am Ende auch nur Arbeit ist. Deshalb, ich hatte mittlerweile eine adrette Trikotage an, wunderte es mich auch nicht mehr, dass ich gleich am Steuer und Chef Froeschke die 4 Stunden von Erfurt nach München mehr oder weniger telefonierend bis fluchend auf dem Beifahrersitz saß. Den weiß-blauen Himmel samt Sonne hatten wir, wie der Chef seine Notizen zu Terminen, inklusive der wichtigen (!) Handynummern, in Thüringen vergessen, was die Fahrt nicht unwesentlich stressfreier machte. Der Fluch begleitete uns dann auch durch den Münchener Stadtverkehr in Form des Navigationssystems, wobei ich mich entscheiden konnte: dem Chef oder der Stimme folgen. Da es in dieser Situation für mich ähnlich wie bei Facebook weder die Option “Gefällt mir nicht!” noch “offline” gab, der erste Termin aber immer näher rückte, vertraue ich auf des aufmerksamen Lesers Vorstellungskraft, wenn ich es mir spare über die kaiserlichen Halsschlagadern angesichts der unkoordinierten Besucherandrang-Bewältigung an den Kassen der schließlich erreichten EXPO REAL zu berichten. Kurzum: Ich überlebte, er “changede”. Die Metamorphose vom froschgrünen Hulk zurück zum eloquenten Boss im gleichnamigen, unzerrissenen Anzug geschah binnen der wenigen Sekunden auf dem Weg vom Eingang zu Halle C1. Positiv gestimmt und ebenso zuversichtlich trat das DERFROSCH-Gespann mit den schicken Visitenkarten, die auch als Eiskratzer eine gute Performance abliefern würden, auf zukünftige Kunden zu, besprach am Tisch drinnen, rauchend im Regen draussen und neben “Remondis”-Tonnen (Expo Real-Insiderwitz, den versteht nur, wer wirklich da war!) sitzend die neuesten Projekte und deren Entwicklung. Es war ein sehr guter Tag, bis auf den Stau während der abendlichen Rückfahrt. Aber das ist eine andere Geschichte!”
Eine andere Geschichte ist es auch, dass auf der diesjährigen Expo Real der Immobilien-Marketing-Award verliehen wurde. Der Vorsitzende der Fachjury Prof. Stefan Kippes (einziger Professor auf diesem Fachgebiet im deutschsprachigen Raum) betonte in seiner Laudatio die Notwendigkeit im Immobilienmarketing neue Wege zu gehen. Er bemängelte die “Ähnlich- und Ausstauschbarkeit” des Marketings von eigentlich konkurrierenden Unternehmen.
Eine Meinung, die uns knappe 3 Frösche wert ist. Denn sicherlich hat er an dieser Stelle nicht ganz unrecht. Nur ist es nach wie vor eine Angelegenheit von Sensibilität, Takt und Budgetierungsangst beim Kunden, die die Agenturen oftmals in die Schranken ihrer eigenen Kreativität zwingt – und das auch zu Lasten der individualisierten Marketingkonzepte. Die Ausgezeichneten finden Sie hier!
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