Heute: Der Chef träumt vom Ferrari -
Die Hintergründe über die Neueröffnung der Ferrari-World in Abu Dhabi!
“Wenn das kein Arbeitseinsatz ist, dann weiß ich auch nicht mehr.”, denk ich, sage aber laut: “Nöhöö, Danke Chef. Geht schon!”, und hole mir eine Rolle Küchenpapier aus der Küche – die großen Papierstücke lassen sich in den nötigsten Schnupfenmomenten halt leichter und schneller abreissen als die Tempos aus der Packung. Praktisch auch, dass ich in meiner an dem Krepppapier superrot geriebenen Nase sogleich die perfekte Überleitung zum heutigen Blog-Thema finde: Ferrari!
Ferrari – was ein Wort, was für eine Assoziation! Nicht umsonst werden die Attitüde um den italienischen Boliden der Superlative gern in Metaphern derselben Deutung verwandt und weil’s einfach in’s Klischee passt und des Texters Traum ist, hier der Satz der Sätze zum heutigen Thema: “Ferrari World in Abu Dhabi – Der Ferrari unter den Vergnügungsparks!”. Ja, das war mir ein Bedürfnis, but back to the topic: Der Hang der Emirati zu sauteuren, saulauten und schweineschnellen Autos ist ja hin längst bekannt, immerhin könnte man die arabische Wüste unsandigen Fusses überqueren, würde man die Boliden der Emirati zur teuersten Autokette der Welt aneinander reihen. Aber Traum beiseite und zurück zur Wirklichkeit, die sieht in Abu Dhabi nämlich glutrot aus, besteht aus 12.370 Tonnen Stahl und das 20 Hektar große Dach in Ferrari-Logo-Form ist schon vom Flugzeug aus zu erkennen.

Alles geht – Alles kann – und aus “Wo?” macht man in Abu Dhabi gerne “Wow!” – Die Ferrari-World bringt Vergnügungs- und Geschwindigkeitssüchtigen Menschen mit entsprechendem Geldbeutel alles wovon Mister Disney noch in 20 Jahren träumen wird: per Boot in einen Ferrari-Motor inkl. simultaner 3D-Simulation, mit 240 (!) Sachen im Ferrari auf der Achterbahn und eigentlich dem Versuch ganz Italien in die Wüste zu schicken. (Scharia sei Dank – aber ohne Schweineschinken). Zugegeben, die Attraktionen klingen recht interessant – doch wirklich wissenswert sind die Immobilien-Fakten: Die Ferrari World ist ein Joint Venture von Aldar Properties, dem größten Immobilienbauer des Emirats, und des Betreibers ProFun Management Group aus Kalifornien. Aldar gibt das Geld, ProFun die Expertise. Die kalifornische Gruppe hat schon die “Autostadt” in Wolfsburg entworfen, diverse Western-Town-Steakhäuser und den Suzanne Mubarak Family Park bei Kairo.
Ferrari World ist nur ein Teil des megalomanen Entwicklungsprojekts Yas Island, die Umwandlung einer Wüsteninsel in 25 Quadratkilometer Fun, Shopping, Formel 1 und Flughafen. Die Rennstrecke Yas Marina ist vergangenes Jahr eingeweiht worden. Die ersten vier Luxushotels stehen bereits und das meistens leer. Folgen werden 500 Luxus-Wohngebäude und drei Einkaufszentren, Fashion-Boulevards und eine zentrale Vergnügungszone mit, na klar – der größten LCD-Leinwand der Welt.
Eigentlich sollte der Vergnügungspark mit samt der schnellsten Achterbahn der Welt ( was sonst?!) schon gestern, am 27. Oktober eröffnet werden. Aufgrund des Todes des Herrschers des Arabischen Emirats Ras al-Chaima, Scheich Sakr Bin Mohammed Al Kassimi, am Mittwoch wurde die Zeremonie jedoch kurzfristig um eine Woche verschoben. Ein Umstand – unser Beileid inbegriffen – der den Vergnügungsverantwortlichen vor Ort nicht ganz ungelegen kommt. So böse es klingt, so extrem waren die Bauarbeiten vor der geplanten Eröffnung in Verzug, mussten Baumaschinen versteckt und Schutthaufen mit roten Pflanzen drapiert werden.
Abschließendes Fazit: Symbolisches Kapital Emiratischer Familien in Form von Ferrari-Architektur mitten in der Wüste macht jedes Fazit schwer, lässt es doch am Ende auch bei uns nur die eine Frage offen: “Und jetzt?!”
Bild: Google Maps
Quelle: SPIEGEL ONLINE, FERRARI WORLD
VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)