DERFROSCH blickt durch!

Da sind sie wieder, die großen Schlagworte der neuen Medien wie zum Beispiel “iPad”. Das Wort- aber nicht sinnverwandte “EyePet” soll heute aber mehr in unserem Fokus stehen. “EyePet”? Ja, denn was als dimensionserweiterete Spielmöglichkeit schon vor ca. 1 Jahr die Gemeinde begeisterte, hat in seiner technischen Umsetzung Einzug auf Handys und dergleichen gehalten. Die Rede ist von der erweiterten Realität. Kurz, bei “EyePet” wurden noch lustige Krabbeltierchen am Bildschirm in Echtzeit in Aufnahmen der Umgebung des Spielers eingebunden. Doch innerhalb eines Jahres hat die Technologie ein Niveau erreicht, die sie auch für kommerzielle Anwendungen interessant macht: Die „Augmented Reality“, zu Deutsch „erweiterte Wirklichkeit“, zieht immer mehr Hightech-Fans in ihren Bann. Und nicht nur die: Wenn ein Blick auf das Handydisplay nicht nur die reale Umgebung zeigt, sondern die Bauwerke, Gebirgszüge oder Seen namentlich beschriftet sind, man in einem Restaurant per Fingertipp einen Tisch bestellen kann oder leer stehende Wohnungen als verfügbare Immobilien ausgewiesen werden – natürlich gleich mit einer direkten Kontaktmöglichkeit zum jeweiligen Makler –, zeigen sich auch Personen, die das Handy normalerweise nur zum Telefonieren benutzen, höchst interessiert. Dabei steht Augmented Reality noch ganz am Anfang.

Die erweiterte Wirklichkeit setzt eine anspruchsvolle Hardware voraus: Abgesehen von der Kamera, die das Bild der realen Welt aufnimmt, muss das mobile Endgerät imstande sein, den genauen Standort des Benutzers zu bestimmen, und darüber hinaus erkennen, in welche Richtung er gerade blickt. Realisiert wird dies mit GPS, einem elektronischen Kompass, und Lagesensoren – Komponenten, die zwar noch lange nicht Standard sind, aber doch in immer mehr Smartphones der gehobeneren Klasse zu finden sind. Und dann ist natürlich eine schnelle Internetanbindung vonnöten, über die die Informationen zum aktuellenStandort von einem Server abgerufen und in das Display eingeblendet werden können.

Eine der wohl beliebtesten Anwendungen, die noch dazu von einem österreichischen Unternehmen entwickelt wurde, und es mittlerweile zu Weltruf geschafft hat, ist der Wikitude World Browser von Mobilizy: Das Programm schaut sich im wahrsten Sinn des Wortes in der Umgebung um und versieht dann Gebäude, Sehenswürdigkeiten und andere Objekte mit kleinen Markierungen, über die der zugehörige Wikipedia-Eintrag aufgerufen werden kann. Das ideale Tool für Touristen also, die sich nicht mehr mit Stadtplänen und Reiseführern abquälen wollen. Großer Nachteil: Da eine permanente Onlineverbindung erforderlich ist, kann der Einsatz im Ausland aufgrund der Roaming-Gebühren sehr teuer werden.

Auch Tripwolf, ebenfalls ein österreichisches Unternehmen, setzt bei seinem weltumspannenden Onlinereiseführer auf Augmented Reality, bietet bei seiner neuesten Applikation für das iPhone aber auch einen Offline-Modus an, bei dem alle Informationen zum Reiseziel schon im Vorfeld daheim auf das Handy geladen werden, sodass das Gerät unterwegs nur auf Daten im Speicher zugreifen muss.

Viele Augmented-Reality-Anwendungen können aber naturbedingt nur mit einer aktiven Netzverbindung funktionieren, wie beispielsweise die Gutscheinbox oder die Spritinfo Layar von A1: Letztere zeigt nicht nur an, wo sich die nächsten Tankstellen befinden, sondern holt sich von der ÖAMTC-Webseite auch gleich die aktuellen Benzinpreise der Anbieter.

In Zukunft soll Augmented Reality nicht nur über GPS und Kompass, sondern auch mithilfe von Bilderkennung funktionieren: Das Motiv vor der Kamera soll dann mit einer Datenbank von abertausenden Fotos verglichen werden, und auf diese Weise soll das Handy erkennen, wo sich der Benutzer gerade befindet. So lassen sich die Informationen noch genauer den jeweiligen Objekten zuordnen.

Augmented Reality ist aber nicht nur ein Thema für Handy-User: Das Softwarehaus Cyberlink will demnächst eine AR-Anwendung für Webcams auf den Markt bringen. Der Benutzer bewegt dann beispielsweise vor der Kamera die Hände, während sein Chatpartner am anderen Ende der Leitung ein dreidimensionales Objekt sieht, das sich auf dem Bildschirm bewegt. Parrot wiederum will Augmented Reality zur Fernsteuerung eines Modellhubschraubers per iPhone benutzen. Wann die beiden Anwendungen marktreif sind, steht noch nicht fest.

Für uns steht allerdings schon heute fest, dass diese Technologie in einem allumfassenden Immobilienmarketing schon in absehbarer Zeit, nicht mehr wegzudenken sein wird.

4 von 5 Quaks für die Realität neben der Wirklichkeit!

Bild: (c) IGD

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1 Kommentar » Allgemein erstellt von DERFROSCH am 07. Juli 2010 | 14:08


Eine Antwort zu “DERFROSCH blickt durch!”

  1. [...] und wer sich an unseren fundierten Bericht zum Thema Augmented Reality nicht erinnern kann, der klickt bitte hier. Allerdings beschrieben wir in unserem Post vom 7. Juli mehr oder weniger die kleinen Projekte, [...]



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