Von Immobilien und anderen menschlichen Bedürfnissen!

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Achtung, jetzt kommt gleich zur Exposition ein ganz schlauer Satz, den man einfach mal auf sich wirken lassen muss, ohne vorher direkt zu wissen, um was es eigentlich geht:

Prof.Dr. Friedrich Thießen hat sich gemeinsam mit Promovent Nikolai Alexander Mader (TU Chemnitz): “…zur monetären Bedeutung der Ästhetik von Immobilien und der Ästhetik im Städtebau” mit dem Wert von “Stil” beschäftigt. Zentrales Ergebnis: “Es existiert ein Bedürfnis nach Stil, das prinzipiell unabhängig von Einkommen, Alter, Bildungsgrad oder Geschlecht ist. Dieses Bedürfnis ist offenbar einfach menschlich”.

Oha! Ach! Wirklich?! Warten Sie es ab, es kommt noch besser: ” Menschen unterscheiden sich also weniger in ihrem Bedürfnis nach Stil, als in ihren Möglichkeiten oder ihrer Bereitschaft, für Stil zu bezahlen.” Hätten Sie jetzt auch nicht gedacht, geahnt oder instinktiv gewusst, oder? Brechen wir es mal brachial herunter, und nehmen uns aus dieser Studie nur den “menschelnden” Part heraus, lässt sich also resümieren: “je mehr Kohle, desto mehr kann man davon ausgehen, dass die Hütte in der der Mensch lebt, ihm auch wirklich gefällt!”. Wie man aus dieser Studie die Kurve zu Immobilienmarketing kriegt, weiß einzig und allein Michael Schumacher, der Rest der logisch denkenden Menschheit fährt bei diesem Rennen erst gar nicht mit.

Nur für den ein oder anderen Bauherren oder Projektplaner könnte diese Studie durchaus interessant werden, kommen doch die Herren von der Chemnitzer TU zu dem Fazit, dass eintönige Flächen, Flachdächer und ungestaltete Fassadenflächen vermieden werden sollten, stilvolle Fassaden hingegen das Portmonaie wie den Sesam öffnen lassen und überhaupt, die ach so unterschiedlichen Geschmäcker des “Menschen” in Sachen Gestaltungsform von Immobilien, gar nicht so unterschiedlich sind. Je hübscher das Haus, je ansehnlicher der Gebäudekomplex, umso williger der Mensch, dort zu leben – quasi sein Geld dafür auszugeben.

So banal wie die Ergebnisse dieser Studie auch klingen mögen, so richtig ist der Ansatz! Die Frage nach dem menschlichen Geschmack in Bezug auf Immobilien dürfte beim ein oder anderen Projektierer spontanen Speichelfluss auslösen und die plötzliche Gier nach humanem Beweggründen auslösen. Das sind dann aber auch eher diese Herrschaften, deren derzeitiges “Immobilienmarketing” aus 4zeiligen Anzeigen im Stadtanzeiger und Imagebroschüren vom Online-Drucker besteht.

Das Froschfazit zu dieser Studie von Prof. Dr. Thießen, ist ein gespaltenes. Der Denkansatz über menschliche “Stilsucht” und deren Auswirkung auf das Zahlungsverhalten des Menschen beim Immobilienkauf zu forschen, findet bei uns großen Anklang. Die Ergebnisse allerdings lassen zu wünschen übrig; dass Menschen mit Geld eher da wohnen, wo es Ihnen auch wirklich gefällt, ist nichts wirklich neues und dürfte auch Prof. Dr. Thießen nicht wirklich überrascht haben. Immerhin kennt er sich mit dem Investitionsverhalten der Deutschen perfekt aus.

Froschfazit: 2  von 5 möglichen Quarks für den Denkansatz der Studie “Stil und Immobilien”

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Keine Kommentare » Allgemein, DERFROSCH über Wissenschaft(ler) erstellt von DERFROSCH am 17. Juni 2010 | 10:53


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