Entschuldigen Sie bitte die obige Plattitüde – aber – das mit den Holland-freundlichen Überschriften, das müssen wir noch üben. Der plötzliche, auch uns überraschende, Frieden unserer Nationen basiert grotesker Weise auf dem gleichen Fauxpas wie der Unfrieden einst entstand: Fussball. Wer hätte es je gedacht, dank bayrischem Fussball sind alle Deutschen jetzt Hollandsympathisanten und Feierbiester. Außer wir, ja ganz ehrlich, wir von DERFROSCH haben ja nur darauf gewartet, dass endlich wieder Frieden herrscht, aber nicht nur weil wir Feier- sondern auch Immobilienbiester sind.
Bauschaffende sollten diese Entspannungsphase zwischen den Nationen nutzen, um sich einen frischen Eindruck von der jeweils anderen Seite zu verschaffen. Wir blicken des-wegen nach Zaandam, wenige Kilometer nördlich von Amsterdam gelegen. Dort ist ein neues Hotel eröffnet worden, das man wohl als gebautes Feierbiest bezeichnen darf. Der Architekt Wilfried van Winden, der das Windmühlige schon durch seinen Namen aus-drückt, hat dafür ein einprägsames, wenn auch nicht neues Bild gefunden: den Häuser-stapel.
Das konzeptionelle Stapeln von allem Möglichen ist in unserem Nachbarland beliebt, denn tragfähiger Untergrund ist knapp.
Oh jetzt bloß nicht in alte Attitüde zurückverfallen, sondern gleich weiter loben: Bereits in den sechziger Jahren wurden etwas weiter Zaan-abwärts, in Zaanse Schans, 19 traditionelle Wohnhäuser und Scheunen aus der Region in einer Art Freiluftmuseum zusammengetragen, um sie vor dem technischen Fortschritt zu retten. Vor diesem Hintergrund erscheint der collagierende Ansatz der Hotelbetreiber in Zaandam geradezu zwingend. Im Inneren der 160 Zimmer werden die Gäste durch Schreinerarbeiten und Wanddekorationen mit der Geschichte der Stadt vertraut gemacht, die im 16. und 17. Jahrhundert ein Zentrum des Schiffsbaus war. Weitere Informationen, ungestapelt, hier…


