Betrachtet man den Reiseplan des DERFROSCH-Nachwuchs-Projektmanagers Steffen Sauer (im folgenden abgekürzt mit DFNPMSS) der vergangenen zwei Wochen, könnte man meinen, es zieht die Immobilienmarketing-Experten zunehmend in den Norden. Zum einen fand am 2. und 3. 5. in Rostock der 10. Immobilientag statt und bot mit allerlei lokaler Immobilienprominenz einen Einblick in die Sorgen, Nöte und Visionen der nordischen Immobilienmanager. Außerdem bewegte sich DFNPMSS am vergangenen Wochenende auf dem heißen Immobilienpflaster der Hansestadt Hamburg. Doch alles der Reihe nach:
Den Rostocker Immobilientag unter dem Motto “Neues aus Revitalisierung, Immobilienfinanzierung- und Marketing” (Wir berichteten) kann man leicht auf einen Nenner bringen: Leben am Wasser ist nicht nur attraktiv, sondern wertet auch Quartiere und damit Städte auf. Zugegeben, das ist jetzt nicht wenig überraschend, aber der Erkenntnisse liegen im Detail.
Edwin Meijerink, Geschäftsführer der DELTA IMMOBILIENENTWICKLUNG Deutschland GmbH hat bereits in der Eröffnungsrede klar gemacht, dass der Erfolg einer Projektentwicklung zu einem großen Teil von weichen Faktoren abhängt. Kommunikation zwischen den Beteiligten, also Banken, Baufirmen, Maklern, künftigen Mietern und Behörden mit Ziel Vertrauen aufzubauen. So gelang es z.B. Das Projekt “Karavelle Quartier” am Rostocker Hafen zu realisieren, in Mitten der Wirtschafts- und Finanzkrise und das trotz, sagen wir mal “sportlich” angesetzten Vorvermietungsquoten seitens der finanzierenden Bank.
Vertrauen, Zusammenarbeiten, Verlässlichkeit, Transparenz und Kommunikation – die Schlagworte kennen wir von DERFROSCH doch und – mit Verlaub gesagt – predigen sie auch tagein tagaus rauf und runter. Das beste Projekt scheitert, wenn nicht von Beginn an mit allen Beteiligten und Multiplikatoren kommuniziert wird.
Nach diesem Appel wurde der versammelten lokalen Immobilienprominenz erst einmal gezeigt, wo der (Immobilien) Hammer hängt. Henry Pudewill vom Architekturbüro Gewers & Pudewill zeigte zum einen aktuelle Projekte aus Deutschland, die das Büro umsetzt, wie der Neubau eines Technologienzentrums für Bosch und Siemens Hausgeräte in Berlin, mit, wie sollte es anders sein, Wasserblick für einen Großteil der dort ansässigen Mitarbeiter. Immobilien dieser Art interessieren Chinesen hingegen so sehr, wie wenn in Deutschland ein Sack Reis umfällt. Dort plant Pudewill Unterwasserhotels mit Ausmaßen und Eingriffen in die Ökosysteme, die jedem deutschen Bauamtsleiter den kalten Schauer den Rücken laufen lassen.
Planungsrechtliche Falltüren und Tücken hin oder her – im Bereich Bauen und Leben am Wasser geht es weiter voran, wenn auch unter zunehmend schwierigeren Bedingungen, denn die zu entwickelnden Flächen befinden sich längst nicht mehr nur noch in den begehrten A-Städten. Interne Kommunikation mit allen Beteiligten und aktive Kommunikation nach außen sind dabei wichtige Grundvoraussetzungen des Projekterfolges.
Apropos “aktiv”: Aktiv war aus Sicht unseres Hr. Sauer und dem studentischen Anhang der Berufsakademie Leipzig auch das vergangene Wochenende in Hamburg. Eine Seminargruppenfahrt nach Hamburg, zeitgleich zum 823. Hafengeburtstag, da bleibt kein Auge trocken möchte man meinen. Stimmt. Nichtsdestotrotz war der Terminkalender voll mit Besichtigungen und Führungen, alles natürlich aus streng immobilienwirtschaftlicher Sicht versteht sich. So konnten die angehenden Immobilienwirtschafter z.B. das Emporio, ehemalige Unilever Zentrale, heute vorzeige Greenbuilding der Union Investment, besichtigen und damit einen exklusiven Blick hinter die Kulissen erlangen. Die einhellige Meinung nach der Führung: mit Blick über Hamburg lässt es sich vorzüglich arbeiten.
Im Anschluss ging es in ein weiteres Vorzeigeprojekt: die HafenCity. Auch hier wurden die zukünftigen Property- und Assetmanager mit Informationen überhäuft und scheuten auch nicht vor kritischen Fragen zur fehlenden Durchmischung des Quartiers oder dem Planungs- und Kostendesaster der Elbphilhamonie. Eben vorbildlich die zukünftige Managerriege. Gefeiert wurde natürlich trotzdem und das sei ihnen auch gegönnt bei der Doppelbelastung aus Studium und Arbeit im Praxisunternehmen. Jedenfalls – ab und zu.




































